Redaktionswechsel

Die Zeit­schrift Zen­Le­ven gibt es nun schon seit fast zehn Jah­ren – die ers­te Aus­ga­be ha­ben wir im Früh­jahr 2016 ver­öf­fent­licht. Mit Er­schei­nen der vor­lie­gen­den Aus­ga­be ver­ab­schie­den sich zwei der fünf Re­dak­teu­rIn­nen. Bei­de sind schon seit lan­ger Zeit mit der Zeit­schrift ver­bun­den. San­dra Weij­man war von An­fang an da­bei und leis­te­te vor al­lem viel nütz­li­che Ar­beit im Hin­ter­grund – sie sam­mel­te In­for­ma­tio­nen, pro­to­kol­lier­te Be­spre­chun­gen und half beim Lay­out. Th­rees Vo­s­kui­len kam An­fang 2018 zur Re­dak­ti­on und führ­te vie­le schö­ne In­ter­views. Sie wer­den durch zwei neue Re­dak­teu­re er­setzt: Ki­do van der Meu­len und Mo­ni­que Le­fer­ink op Rein­ink. Kurz zu­vor ist auch Maar­ten Tap als Bild­re­dak­teur und Lay­ou­ter zur Re­dak­ti­on gestoßen.Alle vier wur­den ge­be­ten, ei­nen kur­zen Bei­trag über ihr En­ga­ge­ment zu schreiben.

Sandra Weijman

Ich bli­cke mit gro­ßer Freu­de auf mei­ne Zeit als eh­ren­amt­li­che Mit­ar­bei­te­rin in der Re­dak­ti­on von Zen­Le­ven zu­rück. Es hat mir im­mer viel Freu­de be­rei­tet, uns al­le sechs Mo­na­te zu tref­fen und dann ge­mein­sam ein schö­nes Ma­ga­zin zu­sam­men­zu­stel­len, mit Ar­ti­keln über die Zen-Pra­xis, In­ter­views mit Men­schen aus der Sang­ha, schö­nen Ge­dich­ten und an­de­ren Ru­bri­ken. Die Car­toons von Ar­dan und die Ar­ti­kel über den Land­schafts­gar­ten mit den schö­nen, an­spre­chen­den Fo­tos da­zu brach­ten ei­ne gu­te Ab­wechs­lung. Das fand ich be­son­ders schön; sie brin­gen uns Zen und Noor­der Po­ort auf ei­ne leicht zu­gäng­li­che Wei­se nä­her, zu­sam­men mit der Ru­he und Na­tur, die dort zu fin­den sind.
San­dras letz­ter Bei­trag ist das In­ter­view mit Frank Smit in die­ser Aus­ga­be über sei­nen Auf­ent­halt in Sogenji.

Threes Voskuilen

Als ich vor acht Jah­ren ge­fragt wur­de, ob ich bei Zen­Le­ven mit­ma­chen möch­te, ha­be ich ger­ne zu­ge­sagt. Für mich ist das Prak­ti­zie­ren von Za­zen und das Zen­trum Noor­der Po­ort ge­nau­so fun­da­men­tal in mei­nem Le­ben wie Le­sen und Schrei­ben. Tief be­rührt hat mich im­mer das ent­stan­de­ne Ver­trau­en zu den vie­len Men­schen, die ich für Zen­Le­ven in­ter­view­en durf­te. Das Ma­ga­zin spie­gelt in vie­ler­lei Hin­sicht die At­mo­sphä­re und die exis­ten­zi­el­le Be­deu­tung von Noor­der Po­ort wi­der. Es war mir ei­ne Eh­re, dar­an mit­ar­bei­ten zu dür­fen. Ich wer­de die re­dak­tio­nel­le Ar­beit ver­mis­sen, aber für mich ist es nun an der Zeit, die­se Ar­beit an die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on weiterzugeben.Fast al­le Bei­trä­ge von Trees fin­dest du auf der Sei­te In­ter­views.

Kido van der Meulen

Seit 2018 le­be und ar­bei­te ich als Un­sui auf Noor­der Po­ort. Vor mei­nem Le­ben als Un­sui war ich un­ter an­de­rem Quer­flö­ten­leh­rer, Dar­stel­ler im Schiff­fahrts­mu­se­um, Mit­ar­bei­ter in der häus­li­chen Pfle­ge, bil­den­der Künst­ler, Post­bo­te und NT2-Leh­rer. Als Flö­ten­leh­rer las ich in ei­ner Fach­zeit­schrift ei­nen Ar­ti­kel über „Zen und die Kunst des Mu­si­zie­rens”, wor­auf­hin ich mit Zen be­gann. Nach­dem ich 2017 bei ei­nem Dai-Sess­hin Ji­un Ro­shi be­geg­ne­te, war ich so be­ein­druckt, dass ich ein hal­bes Jahr spä­ter be­schloss, auf Noor­der Po­ort zu leben.
Als Su­igen Ro­shi mich frag­te, ob ich zur Re­dak­ti­on von Zen­le­ven kom­men wol­le, ha­be ich so­fort „Ja” ge­sagt. Was ich da­mit ge­meint ha­be, wird sich zei­gen. Der­zeit le­se ich „Zen in Eng­lish li­te­ra­tu­re” von R.H. Bly­th. Ich fän­de es schön, in die­ser Art ei­nen Ar­ti­kel über nie­der­län­disch­spra­chi­ge Au­toren zu schrei­ben, zum Bei­spiel Paul van Ost­ay­en, Mar­ti­nus Ni­jhoff oder Mar­ten Toonder.

Mehr In­for­ma­tio­nen über Ki­do fin­dest du in die­sem In­ter­view mit ihm.

Monique Leferink op Reinink

Nach ei­nem in­ten­si­ven Ar­beits­le­ben als Psy­cho­the­ra­peu­tin, Su­per­vi­so­rin und Do­zen­tin bie­tet mir das Ren­ten­al­ter nun die Mög­lich­keit, mich mit dem zu be­schäf­ti­gen und da­zu bei­zu­tra­gen, was schon im­mer mein Herz/meinen Geist be­wegt hat: Zen-Bud­dhis­mus und Poe­sie. Nach­dem ich ei­ne Zeit lang wö­chent­li­che Me­di­ta­ti­ons­sit­zun­gen bei Ji­un Ro­shi (da­mals noch Uda­ka) in Ut­recht be­sucht hat­te, mach­te ich im Jahr 2000 mei­ne ers­ten Schrit­te auf Noor­der Po­ort. Der Weg ver­lief et­was kur­ven­reich, Zwei­fel ka­men und gin­gen, ich trai­nier­te ei­ni­ge Zeit bei Irè­ne Kai­getsu Ro­shi und Jo­an Ha­li­fax Ro­shi, um spä­ter doch wie­der zu mei­nem „Zu­hau­se”, Noor­der Po­ort, zu­rück­zu­keh­ren, wo Ji­un Ro­shi mich glück­li­cher­wei­se wie­der mit of­fe­nen Ar­men empfing.
Ich nahm drei Jah­re lang am Zen­le­ven-Thuis-Pro­gramm teil, das ich sehr in­spi­rie­rend fand und das mir half, das zen-bud­dhis­ti­sche Ge­dan­ken­gut wei­ter in mein täg­li­ches Le­ben zu integrieren.
Die Fra­ge von Su­igen Ro­shi, ob ich Teil der Re­dak­ti­on von Zen­Le­ven wer­den wol­le, über­rasch­te mich und traf ei­nen Nerv: Wie schön wä­re es, mich in ver­schie­de­ne The­men ver­tie­fen zu kön­nen und an­de­re an mei­nen Er­fah­run­gen teil­ha­ben zu lassen.
Mein In­ter­es­se gilt da­bei vor al­lem der vom Bud­dhis­mus in­spi­rier­ten Poe­sie, Li­te­ra­tur und Kunst. Aber auch dem, was in un­se­rer Sang­ha und dem über­ge­ord­ne­ten Zen-In­sti­tut so vor sich geht. Was wis­sen wir ei­gent­lich über un­se­re deut­schen, spa­ni­schen und ame­ri­ka­ni­schen Dhar­ma-Brü­der und ‑Schwes­tern? Wel­che Ar­ti­kel, Bü­cher, Fil­me und Pro­gram­me kön­nen uns in­spi­rie­ren und un­se­re Pra­xis un­ter­stüt­zen? Könn­ten wir viel­leicht ein­mal ei­ne The­men­aus­ga­be zu­sam­men­stel­len, zum Bei­spiel über Dank­bar­keit? Ideen spru­deln stän­dig spon­tan her­vor, und ich freue mich dar­auf, ge­mein­sam mit den an­de­ren Re­dak­ti­ons­mit­glie­dern un­ser wun­der­schö­nes Ma­ga­zin wei­ter zu gestalten.
Gate, gate, pa­ra­ga­te, pa­ra­sam gate, bod­dhi svaha!
Mo­ni­que hat be­reits ei­ni­ge Bei­trä­ge für das Ma­ga­zin ver­fasst, sie­he zum Bei­spiel ih­ren Ar­ti­kel über Ot­a­ki Ren­getsu.

Maarten Tap

In der Sang­ha bei Mein­dert van den Heu­vel – Zen in de Roos – um 2009 in Ams­ter­dam, wur­de ich vom Zen-Bud­dhis­mus ge­packt. Da­vor hat­te ich zwar ein spi­ri­tu­el­les In­ter­es­se, aber nur begrenzt.

Bis 2014 wur­de ich ver­ein­nahmt von ei­ner Kar­rie­re in der Mu­sik­in­dus­trie, aber dann kam es zu ei­ner ra­di­ka­len Wen­de. Ich such­te das Aben­teu­er auf ei­nem an­thro­po­so­phi­schen Bau­ern­hof in Scho­orl, Nord­hol­land. Dort ar­bei­te­te ich fünf Jah­re lang zwi­schen Kü­hen, Scha­fen und im Gemüsegarten.

In der Zwi­schen­zeit wur­de ich mit der Zen-Pra­xis und dem Dhar­ma ver­trau­ter. Täg­lich selbst sit­zen. Wö­chent­lich un­ser Me­di­ta­ti­ons­club und ein- oder zwei­mal im Jahr ein Sess­hin bei Mein­dert in Ams­ter­dam oder Doe­tin­chem. Bei ei­nem die­ser Sess­hins lud mich Stef Ho­san ein, auch ein­mal Noor­der Po­ort zu besuchen.

Im Früh­jahr 2022 nahm ich an mei­ner ers­ten Ar­beits­wo­che teil. Es wur­de ei­ne be­son­de­re Be­geg­nung. Vom ers­ten Tag an fühl­te ich mich will­kom­men und zu Hau­se. Na­tür­lich, „nach Hau­se kom­men, das tust du selbst“, das wuss­te ich. „Aber wenn das an die­sem Ort nicht ge­lingt, wo dann?”
Ich kam im­mer öf­ter, nahm häu­fi­ger an ei­ner Ar­beits­wo­che, ei­nem Go-Sess­hin oder ei­nem Dai-Sess­hin teil und leb­te schließ­lich zehn Mo­na­te lang als Be­woh­ner auf Noor­der Po­ort. Ich fühl­te mich von der Sang­ha ge­tra­gen und ha­be sehr lie­be Men­schen kennengelernt.

Aber ich weiß jetzt auch: „Wo du hin­gehst, da bist du.“ Jetzt woh­ne ich wie­der in Ams­ter­dam-West, in mei­ner al­ten Stra­ße. Glück­li­cher­wei­se fah­re ich fast je­de Wo­che hin und her nach Wap­ser­ve­en, um dort mit zu le­ben und mit­zu­ma­chen und auf Wunsch für die lie­ben Men­schen von Noor­der Po­ort zu kochen. 

Weitere Redaktionsmitglieder

Su­igen Ro­shi ist seit der ers­ten Aus­ga­be Chef­re­dak­teu­rin und schreibt auch re­gel­mä­ßig für das Ma­ga­zin; lest zum Bei­spiel noch ein­mal das In­ter­view mit ihr vom Früh­jahr 2022.
Au­ke Leis­tra ist End­re­dak­teur, auch seit Be­ginn. Vor ei­nem Jahr ha­ben wir uns mit sei­nem Ge­dicht­band ‘An­der wo­ord vo­or moe­der´ (An­de­res Wort für Mut­ter) be­schäf­tigt.
Er­wäh­nens­wert, auch wenn es nicht di­rekt mit Zen zu tun hat: Au­ke hat den Ro­man über­setzt, der am 10. No­vem­ber den re­nom­mier­ten Boo­ker Pri­ze ge­won­nen hat (Da­vid Sza­lay, Fle­sh / Het vlees).
Zum Schluss: wir ver­wen­den im­mer noch das Grund­lay­out, das Frans Wil­lem­sen für uns ent­wor­fen hat. 
(Aus dem Nie­der­län­di­schen über­setzt von Ma­rie Loui­se Linder)

Quel­le: Re­dac­tie­wis­sel in Zen­Le­ven Herbst 2025