Die freien Bienen

Aus dem Land­schafts­gar­ten – von Su­igen Roshi
An­fang Au­gust sa­hen wir plötz­lich al­ler­lei durch die Luft flie­gen in ei­ner Ecke in der Nä­he des Bü­ro­ge­bäu­des. Gab es dort ein Wes­pen­nest? Oder viel­leicht ein zwei­tes Hor­nis­sen­nest (wir ha­ben schon eins in der Ga­ra­ge)? Es stell­te sich her­aus, dass es Bie­nen aus un­se­ren ei­ge­nen Völ­kern wa­ren, die sich im süd­li­chen Teil des Ge­län­des befinden.

Ein sol­cher Stock ist wie ei­ne teil­mö­blier­te Woh­nung – die Bie­nen müs­sen nicht al­les selbst bau­en. Und sie wer­den lie­be­voll von ei­nem Im­ker ge­pflegt, in un­se­rem Fall von Cees de Wit. Wenn nö­tig, füt­tert er sie mit Zu­cker­was­ser und schützt sie vor Krank­hei­ten. Im Ge­gen­zug ern­tet er ei­nen Teil des Honigs.
Die Bie­nen im Kon­tor­haus ha­ben sich frei nie­der­ge­las­sen. Es ist nicht ganz klar, wie ge­nau das pas­siert ist – das Schwär­men, bei dem sich ein zu gro­ßes Volk in zwei Tei­le teilt, fin­det meist frü­her im Jahr statt. Mir fiel so­fort ei­ne Ge­schich­te ein, wie ‚Wir wol­len frei sein, nicht mehr in ei­nem Bie­nen­stock le­ben, in dem wir auf Ho­nig ver­zich­ten müs­sen‘. Aber na­tür­lich ist das nur mensch­li­che Fan­ta­sie. Im­ker Cees hat ver­sucht, sie in ei­ne Kis­te mit Brut (Ei­ern) zu lo­cken – sie­he Fo­to, aber ver­geb­lich – sie ha­ben wahr­schein­lich be­reits ih­re ei­ge­ne Brut in ih­rem neu­en Stock. Jetzt müs­sen wir ab­war­ten, ob sie den Win­ter überleben.

Auch die Kür­bis­se zeig­ten ei­nen be­mer­kens­wer­ten Frei­heits­drang – sie wuch­sen nicht nur im für sie vor­ge­se­he­nen Beet, son­dern auch um die Gar­ten­ti­sche bis hin zum Weg. Die Ern­te war beträchtlich.

Der Rest des Ge­mü­se­gar­tens mach­te sich die­ses Jahr auch gut. Es gab so vie­le grü­ne Boh­nen, dass En­de Au­gust be­reits 40 Ki­lo im Ge­frier­schrank lagen.
Je­des Jahr sind ei­ni­ge Bee­te für Blu­men re­ser­viert, die wie das Ge­mü­se lie­be­voll von Dai­do an­ge­baut wer­den. Mit Er­folg – die Dah­li­en und Son­nen­blu­men wa­ren schö­ner denn je.
(Über­setzt aus dem Nie­der­län­di­schen von Ma­rie Loui­se Linder)

Quel­le: De vri­je bi­jen in Zen­Le­ven Herbst 2025